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Dosierung von Eisen-II-Sulfat im Zementwerk

Aufgabenstellung

 In einem Zementwerk sollte aus einem vorhandenen Silo eine Dosierung von Eisen-II-Sulfat in eine Verladestrasse erfolgen. Die Dosierung des Fertigzements erfolgt direkt in das zu beladende Fahrzeug. Um eine optimale Nutzung der vorhandenen Silokapazitäten zu erzielen, mußte die Zuordnung der Dosierwertvorgaben zu den Silokammern erfolgen, um die gewünschte Flexibilität bei der Dosierung zu erreichen.

Allgemein


Aufgrund der Temperaturempfindlichkeit des Eisen-II-Sulfates wurde von einer Dosierung in die Zementmühle oder ihr direktes Umfeld abgesehen. Durch die Betriebstruktur des Kunden konnte ein Zugang im Bereich der Verladestrecken gefunden werden, der eine Verbindung mit allen wichtigen Zementsorten für die Verladung ermöglichte. Bei dem Umgang mit Eisen-II-Sulfat sind die Produkteigenschaften zwingend zu berücksichtigen, um eine gesicherte Anlagenfunktion zu gewährleisten.

Mechanik

 Für die Lagerung des Eisen-II-Sulfates wurde ein vorhandenes Silo genutzt, aus dem im Bereich einer Fluidisierungsrinne ein Abzweig installiert wurde. Durch eine Förderschnecke wurde nachfolgend eine Überhebung des Produkts in den Vorlagebehälter der Dosiereinheit realisiert. Dosiert wurde mit einer Schnecke in Sonderbauform, um einen großen Bereich an verschiedenen Dosierwerten abzudecken. Die Dosierung erfolgte in eine Fallstrecke für die Beschickung der Verladestrasse. Die nachfolgende Vermischung und Vergleichmäßigung von Zement und Eisen-II-Sulfat wurde durch die mehrfache Umlenkung des Produktstroms sichergestellt.

Bei der Ausführung der Anlage mußte aufgrund der rauhen Umgebungsbedingung auf die Verwendung von robuster Technik mit hoher Verfügbarkeit geachtet werden.

Steuerung

 Gesteuert wird über das Auswertegerät der Waage, in dem in einem definierten Rahmen Funktionalitäten vorgesehen und umgesetzt werden können.

Die Dosierung erfolgt regelbar nach den Dosiervorgaben der Verladewaage. Das An- und Abfahrverhalten während Beginn und Ende der Dosierung wurde über eine Korrektur im Programm optimiert.

Die Dosierung aus dem Vorlagebehälter, der als Waage ausgeführt wurde, erfolgt subtraktiv nach den Vorgaben der Steuerung. Während der Befüllung des Vorlagebehälters kann das System weiter dosieren.

Durch die Frequenzregelung und die Ausführung der Dosierschnecke konnte ein großer Bereich an verschiedenen Dosierleistungen abgedeckt werden, der den diversen Verladeströmen angepaßt wird. Die Regelung in der Steuerung wurde auf die schnell wechselnden Verhältnisse an der Verladeeinheit eingestellt. Diese Eigenschaft war auch im Hinblick auf die verschiedenen Zementsorten, die aus unterschiedlichen Silos verladen werden, wichtig. Der Kunde wollte die Flexibilität behalten, seine Lagerkapazitäten mit unterschiedlichen Produkten zu nutzen. Aufgrund dieser Vorgabe werden die Dosierwerte, bezogen auf das jeweilige Silo, durch den Betreiber in der Anlagensteuerung hinterlegt.

Die Dosierwerte an Eisen-II-Sulfat werden automatisch mit dem Auftrag an die Verladestelle übergeben und stehen dort für den Abruf durch den Spediteur oder den Betreiber bereit.

Die Dokumentation der Verladedaten und der Dosierwerte erfolgt auf den Lieferpapieren und in der EDV-Anlage des Betreibers.

Selbstverständlich kann die Dosierung auch deaktiviert werden, wenn durch den Kunden Zement ohne Cromatreduzierung gewünscht wird.

Monohydrat

 Die genutzten Materialien und die gewählte Technik lassen eine Verwendung für die Dosierung von Monohydrat zu. Dieses neue Produkt ist frei von der Temperaturempfindlichkeit seines Vorgängers und kann im Bereich der Mühle oder an den Verladestellen eingesetzt werden. Die installierten Austragshilfen sind für dieses Produkt ebenfalls geeignet.