Produktionssteuerung in einer Groß-Schlachterei

Die OAS AG erhielt von der Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG den Auftrag, ein MES (Manufacturing Execution System), also ein Fertigungsleitsystem oder kurz eine „Kopfsteuerung“, für den Verpackungsprozess von Hackfleisch und SB-Ware zu liefern. Als Fertigungsleitsystem kommt „pronto“ der OAS AG zum Einsatz.

Aufgabenstellung

Fertigungsaufträge werden durch pronto vom Warenwirtschaftssystem übernommen und in Packaufträge heruntergebrochen. Der Bediener an einer Verpackungslinie startet den Packauftrag an einem Industrie-PC mit entsprechender Schutzart. Hierbei wird er durch den Einrichtvorgang des Preisauszeichners geführt und durch eine grafische Darstellung des Artikelpasses unterstützt. Insgesamt wurden in der ersten Ausbaustufe 34 Verpackungslinien ausgerüstet und angebunden.

Automatisierung bis zur Direkt-Distribution

Die Trays werden automatisch ausgezeichnet und kontrollverwogen. Danach erfolgt eine manuelle Verpackung in Steigen. Sämtliche nachgelagerten Prozessschritte bis zur Buchung in ein Fertigwarenlager oder Direkt-Distribution sind vollautomatisiert. Jede Steige (Verpackung) wird registriert und mit einem eindeutigen Data Matrix Code versehen. Diverse an pronto angebundene 2D-Kamerasysteme im Transportbereich gewährleisten eine kontinuierliche Überwachung der 1er bis 4er Stapel. Über mehrere Ebenen werden die beliebig an verschiedenen Verpackungslinien aufgegebenen Steigen in Staubahnhöfe gefahren und so auftragsspezifisch sortiert. Die optimale Belegung und Entleerung einzelner Bahnen des Sortierbahnhofs wird automatisch von in pronto hinterlegten Algorithmen gesteuert. Anschließend erfolgt eine automatische Palettierung mit spezifischen Packmustern inklusive Etikettierung und Wicklung. Die Produktionsdaten werden abschließend an das ERP gemeldet.

Vom Lieferanten zum Systempartner

  • Alle Basisfunktionalitäten waren in pronto vorhanden, lediglich gerätespezifische Schnittstellen wurden neu programmiert. Hierbei wurde nach Möglichkeit der Weihenstephaner Standard als Grundlage mit den Lieferanten der Subsysteme vereinbart.
  • Koordination von 13 unterschiedlichen Schnittstellen zu Subsystemen, wie Etikettendruckern, Datamatrix-Codierern, Kamerasystemen, Preisauszeichnern, Checkweighern und Speicherprogrammierbaren Steuerungen, insgesamt fast 150 Feldgeräte.

Anlagenleistung

Die Leistung der Anlage liegt bei über 100.000 Kartons bzw. ca. 1.500 Paletten pro Tag.

Die Vorteile

Ein großer Vorteil ist die nachhaltige Rationalisierung des Verpackungsprozesses und die damit einher gehende Vermeidung von Packfehlern. Außerdem konnten folgende weitere Vorteile generiert werden:

Steigerung der Transparenz

Das MES ist an Arbeitsplätzen in der Produktion und auch im Leitstand verfügbar, was die Transparenz des Produktionsprozesses bis in die Geschäftsleitung nachhaltig erhöht. Die Linienbelegungsplanung wird im Leitstand ausgeführt. Planung und Änderungen sind sofort an den betroffenen Arbeitsplätzen verfügbar und werden somit unmittelbar wirksam. Insgesamt steht pronto auf mehr als 50 Bedienplätzen zur Verfügung.

Generierung von Kennzahlen

Kennzahlen werden aus den erfassten Daten gewonnen. Diese erlauben eine Bewertung und Schwachstellenanalyse der Fertigungsprozesse.

Vollständige Integration

Das MES pronto wurde vollständig in die vorhandene IT-Infrastruktur integriert. Neben der Kopplung zum Warenwirtschaftssystem stellt pronto auch sämtliche Betriebs- und Maschinendaten zur Verfügung, die von dem bei Tönnies standardmäßig eingesetzten Business Information Werkzeug (BI Tool) im Rahmen des Reportings zu aussagekräftigen Kennzahlen und Trenddarstellungen verdichtet werden. Weiterhin wurden das Dokumentenmanagementsystem sowie zwei Lagerverwaltungssysteme angebunden. Die Integration in die IT-Infrastruktur umfasst auch die genutzte Hardware. So wird die virtualisierte Serverumgebung von Tönnies beigestellt und gemanagt.

Verbesserung der innerbetrieblichen Warenlogistik

Eine deutliche Verbesserung der innerbetrieblichen Warenlogistik konnte durch die Automatisierung ebenfalls erzielt werden.

Rückverfolgbarkeit

100% Rückverfolgbarkeit vom Rohprodukt bis zur ausgelieferten Ware über den gesamten Produktionsprozess. Diese Transparenz wird über „f-trace“ auch dem Endkunden zugänglich gemacht.

Fazit

Gesucht wurde nicht nur der Lieferant einer Softwarelösung, sondern ein langfristiger Systempartner, mit dem auch weiterführende Projekte inanderen Bereichen der Produktion und an weiteren Standorten umgesetzt werden können.

OAS überzeugte hierbei insbesondere mit großer Erfahrung und Kompetenz in der Schnittstellenentwicklung zu SPSen, Feldgeräten und zum ERP-System.

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