Yard Management oder Yard Automation?

Eine Frage des angestrebten „Added Value“

Getrieben von der Diskussion um die Industrie 4.0 und dem hieraus entsprechend abgeleiteten Anwendungsgebiet Logistik 4.0, ist der Yard seit einigen Jahren in aller Munde.

Zu Recht, da der Yard in der Vergangenheit zumeist stiefmütterlich behandelt wurde, mit der Konsequenz, dass vielerorts, selbst bei namhaften, internationalen Unternehmen noch immer keine adäquate systemische Integration geschweige denn Automation der entsprechenden Prozesse existiert.

Dabei sollte der Yard eigentlich das natürliche Bindeglied zwischen der Transportplanung einerseits und dem Lager andererseits bzw. den beteiligten Transportmanagement- und Warehouse-Managementsystemen darstellen. Die Realität zeigt jedoch, dass dieser Bereich häufig eher eine Sollbruchstelle als ein bindendes Glied repräsentiert.

Um diese Lücke zu schließen, schießen seit einigen Jahren entsprechende Yard Management-Softwarelösungen, häufig verstanden als Erweiterung zum Warehouse Management, wie Pilze aus dem Boden. Und tatsächlich können diese Anwendungen mittels Systemintegration sowie manuell zu tätigender Statusbuchungen die sogenannte „Visibility“ auch entsprechend verbessern.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob dieser Ansatz wirklich hinreichend ist, den Yard aus Sicht der Bedürfnisse eines Logistikers vor Ort ausreichend zu „managen“?

In diesem Zusammenhang sei nur kurz auf stetig wachsende Ladevolumina und problembehaftete Anlagenlayouts, repräsentativ für die vielfältigen, bekannten Herausforderungen der operativen Logistik verwiesen.

Sie ahnen es schon, nimmt man das Schlagwort „Industrie 4.0“ oder „Logistik 4.0“ wirklich ernst, ergibt sich ein wesentlicher Mehrwert, der sogenannte „Added-Value“. Es geht um weitgehende Automatisierung der Prozesse im Yard, mit dem Ziel, die Anwender von Routinetätigkeiten zu entlasten, standardisierte Prozesse auf- und durchzusetzen und somit letztlich die Transportabwicklung im Yard zu optimieren. Folgt man diesem Ansatz, ist das Yard Management eine eigene Automatisierungsdisziplin, basierend auf entsprechender IT-Systemintegration.

Ob eine entsprechende Automatisierung am Ende tatsächlich den gewünschten Mehrwert generieren kann, hängt hierbei allein davon ab, wie gut sie gemacht ist. Hier gilt eindeutig: „Erfahrung schlägt Ambition“. Die Realität zeigt leider immer wieder, dass ohne die erforderliche, praktische Expertise gewonnen aus den Erfahrungen bei der Umsetzung einer Vielzahl von Yard Automation-Projekten, sich häufig nur suboptimale Ergebnisse einstellen. Dies bedeutet i.d.R., ein viel zu hohes Maß an manuellen Eingriffsnotwendigkeiten bei der Transportabwicklung.

„Good Yard Automation Practice“ sollte in diesem Zusammenhang nicht nur die kundenspezifischen Geschäftsprozesse berücksichtigen, sondern insbesondere auch die Vor-Ort-Gegebenheiten und spezifischen Problemstellungen des jeweiligen Standorts. Die Erfahrung im praktischen Umgang mit einer heterogenen Fahrerschaft ist hierbei die absolute Grundvoraussetzung. Es liegt auf der Hand, dass ein entsprechendes System, welches immer auch den Einsatz entsprechender Automatisierungsgeräte im Feld beinhaltet, kaum im Elfenbeinturm der reinen Applications-Entwicklung geplant und umgesetzt werden kann.

 

 

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