Handschütte
Handschütte
Mobiler Rohstoffbehälter
Mobiler Rohstoffbehälter
Sackaufgabe
Sackaufgabe
Waage und Drucksender
Waage und Drucksender

Das Unternehmen Kalkwerk RYGOL GmbH & Co. KG in Painten ist ein führender Hersteller von Trockenmörteln in Bayern und bietet auch hochwertige Produkte im Bereich gebrannter Kalke und Kalkstein an. Rygol ist außerdem Lizenznehmer und Gesellschafter der Deutschen Sakret-Gruppe.

Aufgabenstellung

Die OAS AG erhielt von Rygol den Auftrag, eine bestehende Mischanlage für Putze und Mauermörtel um eine Wirkstoffinsel zu erweitern. Die Wirkstoffinseln kommen schwerpunktmäßig in der Trockenbaustoffproduktion sowie in der Farben- und Lack-Industrie erfolgreich zum Einsatz.

In vorhandenen Produktionsanlagen sind die Platzreserven in der Regel begrenzt und insbesondere nicht dort verfügbar, wo die Additive in den Materialstrom eingespeist werden müssen, nämlich in unmittelbarer Nähe des Mischers oder Dissolvers, damit die Klein- und Kleinstmengen nicht auf dem Transportweg verloren gehen. Die kompakte Additivstation zeichnet sich dadurch aus, dass sie dezentral platziert werden kann, damit einerseits die Platzreserven optimal genutzt werden können und andererseits eine optimale Beschickung mit Rohstoffen erfolgen kann (hier auf der Ebene +2,60m).

Die Station umfasst in der ersten Ausbaustufe vier fest installierte Sackeinschüttbehälter mit einer Lagerkapazität von jeweils 1,5 m3. Eine Erweiterung auf sechs Behälter ist vorgesehen.

Zusätzlich werden vier fahrbare Wechselbehälter an zwei Dosierpositionen angedockt, um einen schnellen, flexiblen Rohstoffwechsel zu ermöglichen. Auch hier ist eine Erweiterung um zwei weitere Andockstationen berücksichtigt. Die Beschickung der Behälter mit Rohstoffen erfolgt durch Sackware, kann aber je nach Höhensituation des Gebäudes auch aus Big-Bags erfolgen. Hierfür ist ein entsprechender Big-Bag-Aufsatz erforderlich. Da die eingesetzten Chemikalien zum Teil den ATEX-Richtlinien unterliegen, ist die gesamte Wirkstoffstation entsprechend ausgelegt und für den Betrieb mit diesen Rohstoffen zugelassen.

Materialaufgabe

Bei der Materialaufgabe wird ein Abluftventilator aktiviert, der den anfallenden Staub wirkungsvoll abzieht und so die Einhaltung der vorgeschrieben MAK-Werte gewährleistet. Da die Beschaffungskosten der Rohstoffe in der Regel signifikant sind, ist jeder Rohstoffbehältermit einem eigenen Filter ausgerüstet. Somit können die abgezogenen Materialanteile sortenrein in die Rohstoffcharge zurückgefördert werden. Sobald die Beschickung abgeschlossen und der Behälterdeckel geschlossen wurde, erfolgt automatisch die Filterabreinigung. Eine mit Kosten verbundene Entsorgung der Filterstoffe entfällt dementsprechend ebenso.

Eine wichtige Anforderung an die Additivstation ist die hochgenaue Dosierung der Rohstoffe im Grammbereich. Eingehauste Wägesysteme mit hoher Auflösung sind eine entscheidende Voraussetzung für die Lösung dieser Aufgabenstellung. 

Dosiersteuerung

Die Anbindung der Dosiersteuerung an die bestehende rezeptgeführte Prozesssteuerung erfolgt im einfachsten Fall durch einen digitalen Kontakt: In der Prozesssteuerung ist in der Regel bereits die Rezeptkomponente „Handzugabe“ vorgesehen. Das Zugabe-Signal für den Bediener kann also für die Aktivierung der Zuführung der dosierten Wirkstoffe verwendet werden. Das Rezepturmanagement für die Additive erfolgt dann in der Dosiersteuerung. Darüber hinaus sind beliebig komplexere Schnittstellen auch für Rezeptkomponenten und Chargenprotokoll via Ethernet oder Profibus möglich. 

Einbindung in das Prozessleitsystem proNTo

Bei Rygol wurde die Wirkstoffinsel vollständig in das Prozessleitsystem „proNTo“ der OAS AG eingebunden. "proNTo" steuert im Sinne eines MES- und SCADA-Systems die gesamte Mischanlage.

Eine entscheidende Frage ist die Art der Materialförderung in die Mischanlage. Sie sollte folgende Eigenschaften aufweisen: platzsparend, flexibel verlegbar und Sicherstellung einer äußerst rückstandsarmen Förderung.

Diese Anforderungen erfüllt das OAS System durch den Einsatz eines optimierten Drucksenders. Die Förderleitung konnte bei einer Länge von ca. 50 m so verlegt werden, dass es zu keinen Einschränkungen im Bewegungsraum der Anlage kommt. Somit erklärt sich auch der Begriff der Wirkstoff“insel“: Die kompakte Einheit kann als Insellösung an fast beliebiger Stelle in der Anlage aufgebaut werden.

Ebenfalls kritisch zu bewerten ist der Platzbedarf direkt am Mischer bzw. Dissolver. Hier kann eine bestehende Handaufgabe für den Anbau des kompakten Empfangsbehälters umgebaut werden, sofern keine Reservestutzen zur Verfügung stehen. Eventuellweiterhin erforderliche Handzugaben werden dann direkt an der Wirkstoffinsel vorgenommen.

Der Empfangsbehälter ist ebenfalls als Waage ausgelegt. Durch eine subtraktive Kontrollwägung kann somit sichergestellt und dokumentiert werden, dass die dosierten Rohstoffe aus der Additivwaage sowohl im Empfangsbehälter angekommen sind als auch im vorgegebenen Toleranzfenster in den Mischer entleert wurden. 

Erweiterung

Zwischenzeitlich ist eine weitere Komponente aus einem 20 m3-Außensilo auf diese Wirkstoffinsel geführt worden. Hierbei handelt es sich um ein zusätzliches Additiv, das bei verschiedenen Rezepturen in größeren Mengen benötigt wird. Ein vergleichbares Konzept bietet die OAS AG auch für die Kapazitätserweiterung von Großkomponenten in Form einer Modulanlage mit Silogrößen von 40 bis 120 m3 an.