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Yard Management Auslandprojekt – hinter den Kulissen in Singapur

Ein Auslandsprojekt eines jungen OAS Mitarbeiters - abseits der technischen Details. In diesem Interview eines OAS-Mitarbeiters schauen wir hinter die Kulissen eines Arbeitstages in Singapur. Jesper Müller-Nielsen absolvierte bei uns die Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme (w/m/d) und ist jetzt verantwortlich für die Leitung Fertigung und Wägetechnik.

„Überwältigend, gigantisch, eindrucksvoll“ so umschreibt Jesper Müller-Nielsen, Leiter Fertigung Wägetechnik der OAS AG seit 2010, sein spannendes Auslandprojekt in Singapur.

Die OAS AG betreut immer wieder komplexe Großprojekte im Bereich Yard Automation - auch über die Grenzen Europas hinaus. Ein bedeutender, deutscher Chemiekonzern, mit dem die OAS AG schon 2014 eine neue Fabrik zur Produktion von Tierfuttermitteln vor Ort ausstattete, wollte 2018 ein weiteres Werk in Betrieb nehmen. Die OAS AG lieferte bereits für das erste Werk ein Komplett-System, welches sowohl die benötigte Hardware als auch die Software für die Werkslogistik enthält. Das eingesetzte Yard Management dient der Optimierung von Logistikprozessen, ermöglicht effizientere Verladung, sowie Reduzierung von Aufenthalts- und Wartezeiten der Lkws auf dem Werksgelände.

Zu den teilweise herausfordernden Bedingungen für den Baubeginn in Singapur, eine der teuersten Städte der Welt, zählten nicht nur die ausgeprägten Bestimmungen für eine Arbeitserlaubnis, sondern auch die klimatischen Umstände. Die künstlich angelegte, vorgelagerte Insel „Jurong Island“, dient überwiegend als Industriestandort.

Wie ergab sich eine so wahnsinnige Gelegenheit für Dich?
Wir arbeiten hier alle in einem großen Team und verstehen uns super! Der Projektleiter fürs Yard Management hat mich angesprochen, ob ich ihn bei dem Singapur-Projekt unterstützen kann bzw. möchte und ich musste natürlich nicht lange überlegen. Einzige Voraussetzung dafür ist, gutes Englisch zu sprechen oder in diesem Fall besser gesagt - gutes „Singlisch“.

Wie waren die Vorbereitungen?
Es gab eine Timeline die bereits 1,5 Jahre vor Reiseantritt mit Vorbereitungen und Planung für das Werk begann, aber auch für die Recherche bzgl. Zoll, Einreisebestimmungen und Sicherheitsmaßnahem. Die Arbeitsvorschriften sind mit unseren europäischeren nicht gleich zu setzen. In Singapur gelten ebenfalls strikte Gesetze für Arbeitssicherheit. Wir mussten, abgesehen von ärztlichem Test/Impfungen etc., auch eine 2-tägige Sicherheitsunterweisung inkl. Abschlusstest ablegen und haben eine Liste mit „Baustellenregeln“ und „Verhaltensmaßnahmen“ erhalten. In Singapur darf man beispielsweise kein Kaugummi kauen, nicht einmal kaufen konnte man es vor Ort. Vor allem musste unser Material rechtzeitig per Luftfracht auf „Reisen“ gehen. Unser Team hat hier Hand in Hand gearbeitet.

Wie waren Deine ersten Eindrücke, vom Landeanflug - mit Blick auf die Stadt bis hin zur Unterbringung?
Überwältigend, gigantisch, eindrucksvoll UND heiß! Durch die hohe Luftfeuchtigkeit war der erste Moment, als wir aus dem klimatisierten Flughafenterminal kamen, wie die Kollision gegen eine Mauer. Was aber sofort ins Auge fiel, war die Sauberkeit und die vielen Grünflächen. Begrünung an den Gebäuden, Bäume und Büsche an jeder Ecke, zahlreiche Parkanlagen. Es waren wahnsinnig viele Menschen unterwegs - alle mit Smartphones in der Hand, manche benutzen sogar 2 gleichzeitig - und die diversen, unterschiedlichen, teils spektakulären Hochbauten.   

Wie und wo habt ihr dort gewohnt und wer war alles dabei?
Mein Kollege und ich hatten eine 3-Zimmer Wohnung, mitten in der Innenstadt für diese Zeit. Zentral gelegen, mit jeder Menge Möglichkeiten nach der Arbeit auch mal die kulturelle und kulinarische Seite des Landes kennen zulernen. Auswärts Essen in Singapur ist wesentlich günstiger als selbst zu kochen, die Lebensmittel in den Supermärkten sind kostspielig. Auch ein Feierabendbier war schon Luxus, wir haben für 3 Bier im Durchschnitt 50 Singapur-Dollar bezahlt, das sind umgerechnet ca. 30 Euro. Das macht man nicht oft!

Wie lange warst Du vor Ort?
Mein Arbeitsaufenthalt belief sich auf gute 3,5 Wochen, allerdings hatte ich im Anschluss noch 3 Wochen Urlaub gebucht. Gemeinsam mit einem befreundeten Kollegen, der nach dem Projektende angereist ist, haben wir die Chance genutzt, Malaysia und Indonesien kennenzulernen und bis nach Bali zu reisen. Somit konnte ich meinen beruflichen Einsatz mit privatem Urlaub verbinden.

Gab es Unterschiede bzgl.  der Baubedingungen vor Ort zwischen europäischen und asiatischen Verhältnissen?
Abgesehenen von den Monsunregengüssen, der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit, ist der bereits erwähnte Sicherheitsstandard sehr hoch. Wir wurden morgens mit einem kleinen Bus auf die Insel gebracht. Die Fahrtzeit lag bei knapp 1,5 Stunden, was u. a. nicht nur an der typischen „Rushhour“ lag, sondern auch an der Zugangskontrolle. Die Auffahrt zur Insel erfolgte durch ein zollähnliches Tor, an dem mehrere bewaffnete Militär-Beamte die Zugangspässe kontrollierten.

Wie war die Zusammenarbeit mit den asiatischen Kollegen am Standort?
Es war eine partnerschaftliche Atmosphäre, wir haben durchweg positive Erfahrungen gemacht. Die Einheimischen sind sehr hilfsbereit und engagiert, trotz ihrer eher zurückhaltenden Art. Irritierend war für uns, die Vorgehensweise für einzelne kleine Arbeitsabläufe. Für Materialentnahme wie etwa Schrauben oder Arbeitskleidung, mussten mehrere Genehmigungen durch verschiedene Personen eingeholt werden, was natürlich dementsprechend Zeit in Anspruch nahm.

Wie waren Deine Erfahrungen vor Ort mit Land und Leuten?
Freundliche und hilfsbereite Menschen, die extrem „busy“ sind. Ein normaler Arbeitstag liegt dort bei ca. 10 Stunden. Eine eindrucksvolle Stadt mit großartigen Sehenswürdigen, vom berühmten „Marina Bay Hotel“ mit Infinity-Pool auf dem Dach, über „Gardens by the Bay“ mit futuristischen, baumartigen, beleuchteten Gebilden, die eine Höhen zwischen 25 und 50 Metern haben und natürlich die Riesenauswahl an Leckereien an den Food-Ständen. Ja, ich habe Insekten-Snacks probiert!!! Aber auch - die für uns - normalen Gerichte mit Reis, Huhn, Curry. Extrem lecker!

Wie sah Dein Arbeitstag aus?
Die tägliche Arbeitszeit lag ungefähr bei 10 Stunden, je nach Arbeitsaufkommen und Tätigkeit. Abfahrt von unserer Wohnung war ca. 6.00/6.30 Uhr, damit wir gegen 7.30/8.00 Uhr auf der Insel waren und gegen 17.00/18.00 Uhr sind wir wieder abgefahren. Es war so mancher lange Tag dabei, aber so anstrengend es auch war, es hat Spaß gemacht!

Gibt es immer wieder mal Auslandprojekte an denen Azubis bzw. neue Mitarbeiter mitwirken dürfen oder ist ein neues Auslandsprojekt dieser Größe gerade in Planung?
Ja, wir haben immer wieder mal Auslandprojekte, meistens in Europa, je nach Abteilung. Gerade unsere Auszubildenen durchlaufen bei uns jede Abteilung und wer weiß, vielleicht ergibt sich eine ähnliche Gelegenheit wie meine?!

Dein persönliches Fazit?
Sofort wieder - „geile“ Erfahrung! Eine fremde Mentalität und eine andere Arbeitskultur kennenlernen zu dürfen, so viele unterschiede Eindrücke waren für mich ein absolutes Erlebnis.

Yard Management, Werkslogistik, Versandautomation?

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